Urszula Piechota

Wir müssen selbst anpacken

Was macht den Stühlinger für Dich aus?

Die Vielfalt der Menschen und der Charme der klei­nen selbst­ge­führ­ten Geschäfte.

Was treibt Dich poli­tisch an?

Es reicht nicht aus, sich nur über die Dinge zu beschwe­ren. Wir müs­sen selbst anpa­cken und uns für eine gerechte Gesellschaft ein­set­zen. Unsere Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit, es braucht Menschen, die sich für sie ein­set­zen. Deshalb bin ich poli­tisch aktiv.

Wenn es eine Sache gäbe, die Du sofort ver­än­dern könn­test, wel­che wäre es?

Wenn ich etwas mit einem Schlag ver­än­dern könnte, dann würde ich die Mieten für kleine Gewerbe und Einzelhändler sofort sen­ken. Als Inhaberin eines Kosmetikstudios im Stühlinger kenne ich die Schwierigkeiten, die viele Eigentümer haben. Ich setze mich dafür ein, dass diese Betriebe stär­ker von der Stadt geför­dert wer­den.

Urszula Piechota
Kosmetikerin
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Viviane Sigg

Ich möchte Menschen für Politik begeistern

Warum kan­di­dierst Du für den Gemeinderat?

Weil mir meine Heimatstadt und ins­be­son­dere auch mein Kiez, der Stühlinger, am Herzen liegt und ich mich gerne für die Menschen vor Ort ein­set­zen möchte.

Was bringst Du dafür mit?

Ich war im Grunde mein gan­zes Leben lang in ver­schie­de­nen Ehrenämtern (vor allem im musi­schen Bereich) tätig. Besonders am Herz lagen mir da immer Menschen, die auf irgend­wel­che Art und Weise Benachteiligung erfah­ren. Soziale Gerechtigkeit ist ein Grundwert, der mich schon immer umge­trie­ben hat und für den ich mich nun gerne auch stadt­weit ein­set­zen würde. Ebenso gelingt es mir seit Jahren meine Schüler für Politik zu begeis­tern. Ich erlebe jeden Tag bei mei­ner Arbeit als Lehrerin, wie enga­giert sich Jugendliche ein­brin­gen, wenn sie erle­ben, dass sie etwas bewe­gen kön­nen. Ich möchte auch in Freiburg Menschen für Politik begeis­tern und mit­ein­be­zie­hen. Außerdem bringe ich viel Leidenschaft für Politik und Authentizität mit.

Worauf freust Du Dich im Wahlkampf beson­ders?

Ich bin bringe mich seit Jahren in Wahlkämpfe ein. Besonders toll finde ich nette Gespräche und span­nende Begegnungen mit Menschen jeden Alters an Infoständen oder an den Haustüren. Dafür muss man nicht immer einer Meinung sein, im Gegenteil: ich lerne gerne dazu und freue mich über Diskussionen. Gespannt bin ich auch auf die Resonanz auf die Plakate und wie viele Bärtchen und lus­tige Brillen ich auf mei­nem Plakat wie­der­finde….

Viviane Sigg
Realschullehrerin
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Julia Söhne

Als SPD-Fraktion haben wir in den letzten fünf Jahren sehr viel bewegt

Warum kan­di­dierst Du erneut für die Gemeinderatswahl?

Mir haben die letz­ten fünf Jahre im Gemeinderat super viel Spaß gemacht. Als SPD-Fraktion haben wir sehr viel bewe­gen kön­nen und da würde ich gerne wei­ter­ma­chen: Bezahlbarer Wohnraum, die Verhinderung der Kita-Gebühren-Erhöhung, die Senkung der Schwimmbadpreise für Familien, das Sozialticket und vie­les mehr.

Was möch­test Du kon­kret ver­än­dern?

Das Thema bezahl­ba­rer Wohnraum durch mehr soziale Erhaltungssatzungen und die Einhaltung der 50% Quote – auch beim neuen Stadtteil Dietenbach – wei­ter vor­an­trei­ben. Utopische Ideen ernst neh­men und unter­stüt­zen (gerade im Bereich Wohnungsbau). Im engen Kontakt mit den jun­gen Menschen Freiburgs ste­hen, ihnen eine Stimme geben und Jugendbeteiligung wei­ter inner­halb der Verwaltung in die Köpfe krie­gen. Den Ausbau von Kita-Plätzen wei­ter unter­stüt­zen und starke Quartiere mit finan­zi­ell gut aus­ge­stat­te­ten Jugendzentren in den Fokus neh­men.

Wo trifft man Dich im Stühlinger an?

Mit Freunden beim Frühstücken auf dem Stühlinger Markt oder abends bei einem Bier im Café Einstein oder im Herrmann.

Julia Söhne
Studentin
Ehrenämter: HandballSpielGemeinschaft Freiburg e.V. (Vorstand); Jugendbildungswerk Freiburg e.V. (Vorstand), JVA-Beirat, SPD Kreisvorstand Freiburg, SC Freiburg (Mitglied).
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Eric Schmidt

Wie ich ohne Parteibuch zur Politik kam

In den letz­ten Jahren, habe ich mich nicht son­der­lich für kom­mu­nale Politik inter­es­siert, oft war es für mich ein ärger­li­ches Thema, da in Freiburg gefühlt mit den seit den Jahr 2002 herr­schen­den poli­ti­schen Mehrheitsverhältnissen Stillstand herrschte. Kein Thema trieb so sehr die Bürgerinnen und Bürger um, wie das Thema Wohnungsnot und den damit ver­bun­de­nen sozia­len Auswirkungen.

Beruflich bekomme ich als Unternehmer die Soziale Freiburger Situation sehr deut­lich mit, inso­weit, wie sich für Freiburg die wirt­schaft­li­che Schieflage für viele Bewohnerinnen und Bewohner ent­wi­ckelt hat. Waren es vor 10 Jahren nur wenige Bürger an den sozia­len Brennpunkten, die sich ein Wohnen in Freiburg nicht mehr leis­ten konn­ten, hat sich diese Lage dra­ma­tisch in den letz­ten Jahren ver­schärft, so dass selbst die Bürgerinnen und Bürger der Mittelschicht sich das Leben in der Stadt Freiburg immer weni­ger leis­ten kön­nen – als Folge wan­dern gerade die Familien aus Freiburg ins Umland ab.

In Freiburg ist eine soziale Spaltung deut­lich spür­bar, in den letz­ten Jahren hatte ich nicht den Eindruck, dass sei­tens der damals amtie­ren­den Rathausspitze sich an den Verhältnissen etwas ändern sollte.

Seit vie­len Jahren enga­giere ich mich beim Verein Dominica Hilfe e.V. auf der Karibikinsel Dominica. Wir unter­stütz­ten dort staat­li­che Institution wie Krankenhäuser, Schulen und wei­tere Projekte. Dabei hatte ich immer wie­der mit Lokalpolitikern vor Ort zu tun. Einige frag­ten mich, warum ich nicht in mei­ner Heimat poli­tisch aktiv bin. Dominica wurde im September 2017 vom Hurrikan Maria zu 95 % zer­stört. Viele Bürger der Insel ver­lo­ren Ihr Leben noch viele wei­tere ihre Lebensgrundlagen. Im Februar 2018 waren wir mit etli­chen Mitgliedern vor Ort um die Landesweit gespen­de­ten Hilfsgüter zu ver­tei­len.

  • Mobiles Wohnzimmer von Martin Horn

Anfang März kam ich aus der Karibik zurück nach Freiburg, einen Tag spä­ter hat mich eine Freundin ein­ge­la­den, einen Bürgermeisterkandidaten mal in Augenschein zu neh­men. Sie drückte mir einen Flyer in die Hand auf dem “ein Bier mit Horn” drauf stand. Anfangs war ich noch etwas skep­tisch und sprach nach der Veranstaltung einige Zeit mit dem Martin Horn und mit eini­gen Stadträten. Sehr schnell sah ich die Chance mit ihm für Freiburg etwas fun­da­men­tal zu ver­än­dern und habe mich für sei­nen Wahlkampf enga­giert. Gemeinsam haben wir das Konzept des „mobi­len Wohnzimmers“ ent­wi­ckelt und sind damit durch ganz Freiburg gefah­ren. Wir haben viel zuge­hört und gemerkt, was den Bürgerinnen und Bürger für Freiburg wich­tig ist.

Mit dem Sieg von Martin Horn ist es mög­lich die Punkte umzu­set­zen, die wir im Wahlkampf mit­be­kom­men haben. Dies möchte ich im Gemeinderat tun und trete daher für die Kommunalwahl an. Ich bin nicht Mitglied der SPD und habe daher einen offe­nen Blick auf die Herausforderungen der Stadt. Ich habe die SPD über die Jahre als die Partei wahr­ge­nom­men, die kon­se­quent an den Themen dran bleibt und trete daher für die SPD an.

Eric Schmidt
Versicherungskaufmann (BWV)

Themen und Kandidierende

Die SPD ist seit Jahren einer der Hauptakteure in der Stadt. Wir haben ent­schei­dende Dinge für die Stadt umset­zen kön­nen und wol­len das mit Ihrer Stimme auch wei­ter­hin tun.

Wir setzen wir uns für bezahlbaren Wohnraum ein:

Aus dem Stühlinger treten für uns zur Kommunalwahl an:

Unsere weiteren Themen sind:

Gewerbe und Gastronomie

  • Erhalt des Stühlingers als urba­nes Handwerker‑, Gewerbe- und Gastronomieviertel
  • Erleichterung der Außenbewirtung für die Gastronomie
  • Unterstützung des Kleingewerbes und Einzelhandels statt wei­te­rer Wettbüros

Sicherheit und Sauberkeit

  • Neue Außenbewirtung auf dem Stühlinger Kirchplatz für mehr urba­nes Leben statt Drogenhandel
  • Einsatz für mehr kul­tu­relle Veranstaltungen auf dem Kirchplatz
  • Ganztägig benutz­ba­res WC auf dem Kirchplatz als Alternative gegen das aktu­elle Wildpinkeln
  • Mehr öffent­li­che Mülleimer im gan­zen Stadtteil
  • Bessere Beleuchtung des Sportplatzes an der Klarastraße

Verkehr

  • Lärmschutz für die B 31 durch Tieflage und Deckelung
  • Ausbau der Ost-West-Radwege ent­lang der Engelbergerstraße, der Wannerstraße und der Lehener Straße
  • Neuer Fußgängerübergang in der Engelbergerstraße zwi­schen Edeka und Kirchplatz
  • Schnellstmöglicher Umbau des Hauptbahnhofs mit mehr Aufzügen und Rampen

Stühlinger Magazin 1–2019 ist erschienen

Nach unse­rer Sonderausgabe zur Dietenbach-Abstimmung ist das Stühlinger Magazin 1–2019 als erste regu­läre Ausgabe 2019 erschie­nen! Die kom­men­den Tage wird es an alle Haushalte im Stühlinger ver­teilt.
Themen die­ser Ausgabe sind unter ande­rem:

Ca. 1 Monat nach der Printausgabe ist die Ausgabe hier online ver­füg­bar.

Stadtteilgeschichte mit dem verstorbenen Oberbürgermeister Rolf Böhme

Im Andenken an den im Februar ver­stor­be­nen ehe­ma­li­gen Oberbürgermeister Rolf Böhme hat das Stühlinger Magazin aus sei­nem Archiv die Interviews mit ihm her­aus­ge­sucht. Das Ergebnis ist eine Trilogie aus den Jahren 1988, 1998 und 2002:

Wohnungsnot – es kann jeden treffen!

Die letz­ten Jahre haben wir vom Stühlinger MAGAZIN von immer mehr Fällen erfah­ren, bei denen Leute uner­war­tet eine Wohnung brauch­ten und es nicht fas­sen konn­ten, wie schwer es ist, eine neue Wohnung zu fin­den. Das sind Leute, die bereits Jahre in Freiburg woh­nen, hier auf­ge­wach­sen sind und arbei­ten. Es ist daher nicht über­trie­ben zu sagen, „es kann jeden tref­fen“. Dieser Artikel zeigt, wie wir alle bereits betrof­fen sind.

Freiburg ist eine der jüngs­ten Städte Deutschlands, das heißt, ein Großteil des Wohnungsbedarfs kommt durch Schüler, die in Zukunft eine Ausbildung oder ein Studium anfan­gen und eine eigene Wohnung bezie­hen wol­len. Bei der Abstimmung dür­fen alle FreiburgerInnen ab 16 Jahren wäh­len und alle Schüler und Studenten müs­sen sich bewusst sein, dass Wohnungsnot sie dem­nächst ganz sicher tref­fen wird. Ihre Familien sind auch betrof­fen, schließ­lich ist es ein natür­li­cher Wunsch, dass die eige­nen Kinder in der Region woh­nen blei­ben kön­nen.
wei­ter­le­sen

Wohnungsnot – es kann jeden treffen!

Die letz­ten Jahre haben wir vom Stühlinger MAGAZIN von immer mehr Fällen erfah­ren, bei denen Leute uner­war­tet eine Wohnung brauch­ten und es nicht fas­sen konn­ten, wie schwer es ist, eine neue Wohnung zu fin­den. Das sind Leute, die bereits Jahre in Freiburg woh­nen, hier auf­ge­wach­sen sind und arbei­ten. Es ist daher nicht über­trie­ben zu sagen, „es kann jeden tref­fen“. Dieser Artikel zeigt, wie wir alle bereits betrof­fen sind.

Freiburg ist eine der jüngs­ten Städte Deutschlands, das heißt, ein Großteil des Wohnungsbedarfs kommt durch Schüler, die in Zukunft eine Ausbildung oder ein Studium anfan­gen und eine eigene Wohnung bezie­hen wol­len. Bei der Abstimmung dür­fen alle FreiburgerInnen ab 16 Jahren wäh­len und alle Schüler und Studenten müs­sen sich bewusst sein, dass Wohnungsnot sie dem­nächst ganz sicher tref­fen wird. Ihre Familien sind auch betrof­fen, schließ­lich ist es ein natür­li­cher Wunsch, dass die eige­nen Kinder in der Region woh­nen blei­ben kön­nen.

Junge Familien sind betrof­fen, denn Nachwuchs braucht mehr Platz. Man muss sich dann meist eine grö­ßere Wohnung suchen und fami­li­en­ge­rechte Wohnungen sind beson­ders schwer zu fin­den. Wir muss­ten schon mehr­fach erle­ben, dass Familien die Stadt ver­las­sen haben, weil ein­fach keine Wohnung in oder um Freiburg zu fin­den war. Das heißt Leute ver­las­sen ihre Heimat, damit sie Familie mit meh­re­ren Kindern haben kön­nen.

Alle Mieter sind betrof­fen, denn gegen eine Eigenbedarfskündigung kann man nichts machen. Wir haben die letz­ten Jahre einige die­ser Fälle mit­be­kom­men. Oft trifft es lang­jäh­rige Mieter, die dach­ten, dass sie noch lange in ihrer Wohnung woh­nen wer­den. Ein Grund für den Anstieg sind die stark ange­stie­ge­nen Verkaufspreise, die es lukra­tiv machen, Miet- in Eigentumswohnungen umzu­wan­deln. Die Preise stei­gen umso stär­ker, je weni­ger Angebot es gibt und durch das Wachstum der Stadt durch unsere Kinder steigt die Nachfrage ste­tig.

Ältere Leute sind betrof­fen, wenn sie eine klei­nere Wohnung suchen. Die hohen Wohnungspreise füh­ren zu der para­do­xen Situation, dass es bil­li­ger ist, allein in einer Vierzimmerwohnung zu woh­nen, wenn man einen alten Mietvertrag hat oder Eigentümer ist, als aktu­ell in eine Zweizimmerwohnung umzu­zie­hen. Familien fin­den also keine Vierzimmerwohnungen, weil diese zum Teil von Einzelnen bewohnt wer­den, die gerne umzie­hen wol­len, es sich aber nicht leis­ten kön­nen.

Weiterhin sind alle Paare betrof­fen, denn im Leben gibt es lei­der auch Trennungen. In die­sem Fall steht dann eine Person quasi auf der Straße und die Stadt kann nicht hel­fen. Es ist bit­ter, dass Personen dadurch aus ihrem nor­ma­len Umfeld geris­sen wer­den, denn ohne Wohnung kann man sei­ner Arbeit nicht nach­ge­hen. Es ist eine Wahrheit, dass sich das Sozialamt mitt­ler­weile um Betroffene von Trennungen küm­mern muss, die mit­ten im Leben ste­hen und in Notunterkünften woh­nen müs­sen, die eigent­lich für Notfälle wie Opfer häus­li­cher Gewalt oder Obdachlose gedacht sind.

Wir alle, auch Wohnungsbesitzer, sind betrof­fen, denn wir sind dar­auf ange­wie­sen, dass unsere Stadt lebens­wert bleibt – unser Müll abge­holt wird, die Busse fah­ren, wir einen Pflege- oder Kindergartenplatz fin­den. Schon jetzt kann jede zehnte Stelle bei der Müllabfuhr nicht besetzt wer­den, weil es für die ArbeiterInnen keine Wohnungen gibt, von denen aus man nachts um 4 Uhr pünkt­lich zur Schicht kommt, von Bezahlbarkeit ganz zu schwei­gen.

Viele FreiburgerInnen muss­ten schon erfah­ren, dass Kindergartenplätze feh­len, weil wir nicht genü­gend päd­ago­gi­sche Fachkräfte haben. Die Stadt hat also bereits einen Wohnraummangel, der nicht durch Auswärtige zustande kommt. Wir Einwohner sind betrof­fen und des­we­gen haben wir es auch in der Hand, wie und wo wir in Zukunft hier leben kön­nen.