Bericht aus Stuttgart 3–2018

von der Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Gabi Rolland

Seit dem Ende der Pfingst­fe­ri­en war in Stutt­gart eini­ges los – über man­ches hat die Pres­se berich­tet, ande­res kam nur rudi­men­tär vor. Mein aktu­el­ler Bericht aus dem Land­tag umfasst die fol­gen­den The­men: Daten­schutz, Län­ge der Gym­na­si­al­zeit, Kom­mu­nal­wahl­recht, Redu­zie­rung der Pestizidausbringung/Insektensterben und die Pla­nung des Fal­ken­steig­tun­nels.

Den kom­plet­ten Bericht fin­den Sie hier.

 

Bericht aus Stuttgart 2–2018

von der Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Gabi Rolland

Glück­wunsch an Mar­tin Horn und sein Team zu dem ful­mi­nan­ten Wahl­er­geb­nis in der ers­ten Run­de der Ober­bür­ger­meis­ter­wahl in Frei­burg am ver­gan­ge­nen Sonn­tag. Cha­peau! Lasst uns jetzt noch eine Schip­pe drauf­le­gen und der Sieg kann gelin­gen – ich drü­cke fest die Dau­men für den Erfolg!

Nach den letz­ten Par­la­ments­ta­gen in die­sem Monat und vor der am kom­men­den Sonn­tag begin­nen­den Infor­ma­ti­ons­rei­se des Umwelt- und Ener­gie­aus­schus­ses nach Skan­di­na­vi­en zu Natur­schutz- und Ener­gie­pro­jek­ten möch­te ich Euch ein paar kur­ze Infor­ma­tio­nen zukom­men las­sen:

CDU und Grü­ne haben nun end­gül­tig das Pro­jekt „Ände­rung des Land­tags­wahl­rech­tes zu Guns­ten von mehr Frau­en im Par­la­ment“ beer­digt – das nennt sich Kom­ple­men­tär­ko­ali­ti­on: die einen sind dafür, die ande­ren dage­gen – übri­gens ist das nicht nur bei die­sem The­ma so.
Bei der gest­ri­gen Wahl der neu­en Land­tags­vi­ze­prä­si­den­tin Sabi­ne Kurtz (CDU) zeig­te sich ein­mal mehr, dass die bei­den Koali­ti­ons­par­tei­en völ­lig zer­strit­ten sind und über kei­ne gemein­sa­me Basis ver­fü­gen. Erst im zwei­ten Wahl­gang bekam sie mit 71 Stim­men die not­wen­di­ge Mehr­heit – Grü­ne und CDU ver­fü­gen im Land­tag aber über 90 der 143 Sit­ze!
Die SPD-Frak­ti­on hat sich zwar für eine Ver­än­de­rung des Wahl­rech­tes aus­ge­spro­chen, aber sich nicht für ein Zwei-Stim­men-Wahl­recht ent­schie­den. Ich bin nach wie vor der Auf­fas­sung, dass wir die­ses eben­so wie ein Pari­té-Gesetz dis­ku­tie­ren soll­ten, um eine gleich­mä­ßi­ge, pari­tä­ti­sche Beset­zung der Kan­di­da­ten­lis­ten durch­zu­set­zen. Vor­bild könn­te das fran­zö­si­sche Pari­té-Gesetz von 2001 sein.

Nach­dem die eigens ein­ge­setz­te Kom­mis­si­on und das Bür­ger­fo­rum in der heik­len Fra­ge der Alters­ver­sor­gung von Abge­ord­ne­ten inzwi­schen Prio­ri­tä­ten erar­bei­tet haben, unter­stützt auch die SPD-Frak­ti­on (wie bis­her auch) die Auf­nah­me der Abge­ord­ne­ten in ein für sie vor­ge­se­he­nes Ver­sor­gungs­werk wie in NRW oder Bran­den­burg.
https://www.landtag-bw.de/home/aktuelles/pressemitteilungen/2018/april/432018.html

Im Bereich der Bil­dung erle­ben wir einen Umbau der Kul­tus­ver­wal­tung, die weni­ger reform­ori­en­tiert, son­dern mehr rück­wärts­ge­wandt ist. In vie­len bil­dungs­po­li­ti­schen Berei­chen sieht es ähn­lich aus. So wird von der Kul­tus­mi­nis­te­rin gefor­dert, dass Tages­el­tern eine Deutsch­prü­fung able­gen müss­ten. Offen­sicht­lich weiß sie nicht, dass jede Tages­mut­ter und jeder Tages­va­ter umfang­rei­che Qua­li­täts­stan­dards mit­brin­gen muss.

Der Innen­mi­nis­ter ver­sucht, die man­geln­den Ein­stel­lungs­zah­len bei der Poli­zei uns anzu­hän­gen und behaup­tet, wir hät­ten die Kapa­zi­tä­ten ver­min­dert. Umge­kehrt wird ein Schuh draus, denn die Aus­bil­dungs­ka­pa­zi­tä­ten wur­den von der dama­li­gen grün-roten Lan­des­re­gie­rung erhöht!
Im Anhang habe ich Euch ein Infor­ma­ti­ons­pa­pier mit den Aus­bil­dungs­ka­pa­zi­tä­ten und den Ein­stel­lungs­zah­len bei der Poli­zei seit dem Jahr 2000 bei­gefügt. Bit­te wei­ter­sa­gen!

Dis­ku­tiert haben wir, ob wir eine Initia­ti­ve ergrei­fen wol­len für einen gesetz­li­chen Fei­er­tag zum Refor­ma­ti­ons­fest am 31. Okto­ber. Wir haben Argu­men­te pro und kon­tra gegen­über­ge­stellt. Die Abstim­mung hier­über war aller­dings nicht so ein­mü­tig, dass wir guten Mutes in eine ent­spre­chen­de öffent­li­che Dis­kus­si­on gehen könn­ten.

Aktu­ell hat die SPD-Frak­ti­on u. a. die­se Anträ­ge bei der Lan­des­re­gie­rung ein­ge­bracht:

  • Unbe­setz­te Stel­len in der Lan­des­ver­wal­tung und der Jus­tiz BW
  • Ehr­li­che Debat­te über eine gerech­te Grund­steu­er­re­form
  • Ent­wick­lung und Aus­wir­kun­gen des Natio­nal­parks Schwarz­wald
  • Redu­zie­rung der Pes­ti­zidaus­brin­gung

Bericht aus Stuttgart 1–2018

von der Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Gabi Rolland

Ich war freu­dig über­rascht, wel­che Reso­nanz mei­ne Ver­an­stal­tung zum Insek­ten­ster­ben vor­ges­tern gefun­den hat. Über 150 Gäs­te konn­te ich im Gewerk­schafts­haus begrü­ßen. Die­ses Inter­es­se bestärkt mich, an dem The­ma auf allen Ebe­nen wei­ter zu arbei­ten. Die vor­ge­tra­ge­nen Ideen wer­de ich an ent­spre­chen­der Stel­le anbrin­gen.

Die SPD-Land­tags­frak­ti­on war in den ver­gan­ge­nen Wochen nicht untä­tig. Wir haben ver­schie­de­ne Posi­ti­ons­pa­pie­re erar­bei­tet:

  • Inte­gra­ti­on: www.spd-landtag-bw.de/integration-beginnt-jetzt
  • Digi­ta­li­sie­rung in der Schu­le
    Die Digi­ta­li­sie­rung ermög­licht neue Wege des Ler­nens und ver­än­dert unse­re Schu­len nach­hal­tig. Digi­ta­le Bil­dung bezeich­net das Leh­ren und Ler­nen mit und über Medi­en. Benö­tigt wer­den gute päd­ago­gi­sche Kon­zep­te, fach­kun­di­ge Lehr­kräf­te und gleich­zei­tig der Aus­bau der tech­ni­schen Infra­struk­tur. Es han­delt sich dabei um Pro­zes­se, die par­al­lel ver­lau­fen und sich gegen­sei­tig ergän­zen.
  • 8‑Punk­te-Plan für star­ke Grund­schu­len
    Zu unse­ren For­de­run­gen zäh­len die Sicher­stel­lung der Unter­richts­ver­sor­gung, der Aus­bau von Pool­stun­den für indi­vi­du­el­le För­de­rung, die Auf­le­gung eines lan­des­wei­ten Lese­för­de­rungs-pro­gramms für alle Schü­le­rin­nen und Schü­ler, die För­de­rung der rhyth­mi­sier­ten Ganz­tags­schu­le sowie der Aus­bau statt einer Kür­zung der Stun­den für Vor­be­rei­tungs­klas­sen, um eine gelin­gen­de Inte­gra­ti­on jun­ger Geflüch­te­ter zu ermög­li­chen.
  • Moder­ne Land­be­wirt­schaf­tung
    Wir wol­len einen neu­en Agrar­kon­sens, der Land­wir­tin­nen und Land­wir­ten sta­bi­le­re Ein­kom­men und bes­se­re Arbeits­be­din­gun­gen sichert, die Umwelt (Boden, Was­ser und Kli­ma) stär­ker schont und den Rück­gang von Arten­viel­falt und Insek­ten stoppt und umkehrt. Denn wir haben eine drei­fa­che Kri­se der Land­wirt­schaft: eine öko­no­mi­sche, eine öko­lo­gi­sche und eine des ver­lo­ren gegan­ge­nen Ver­brau­cher­ver­trau­ens.
  • Hoch­schul­wei­ter­ent­wick­lungs­ge­setz (HRWei­tEG)
    Das HRWei­tEG erhebt den Anspruch, die Vor­ga­ben des VerfGH zur Stär­kung des Ein­flus­ses der gewähl­ten Hoch­schul­leh­rer im Regel­werk von § 18 des LHG abzu­bil­den. Die fest­ge­leg­ten Kri­te­ri­en für die Zusam­men­set­zung des Senats wer­den auf jeden Fall zu einer Auf­blä­hung sei­ner Grö­ße füh­ren – Sena­te der Uni­ver­si­tä­ten wer­den künf­tig 40 Mit­glie­der haben. Wei­te­re Inhal­te: Schaf­fung einer eige­nen Mit­glie­der­grup­pe für die Dok­to­ran­den, För­de­rung der Grün­der­kul­tur und des Wis­sens- und Tech­no­lo­gie­trans­fers, Nach­wuchs­för­de­rung durch eine eigen­stän­di­ge Ten­ure-Track-Pro­fes­sur sowie Poli­ti­sches Man­dat der Ver­fass­ten Stu­die­ren­den­schaft

Wir haben in einer der ver­gan­ge­nen Ple­nar­ta­ge die Kul­tus­mi­nis­te­rin wegen des Unter­richts­aus­falls stark kri­ti­siert. An der Stich­tags­mes­sung ist über alle Schul­ar­ten hin­weg ein Fünf­tel des Unter­richts aus­ge­fal­len. Bei den ört­li­chen Abfra­gen zeigt sich auch für Frei­burg das glei­che Bild. Das Ergeb­nis fin­det ihr hier.
Die SPD-Frak­ti­on ist der Auf­fas­sung, dass grund­sätz­lich für alle Schu­len eine Unter­richts­ver­sor­gung von 105% gel­ten soll­te. Dann könn­ten kurz­fris­ti­ge Erkran­kun­gen von Lehr­kräf­ten gut auf­ge­fan­gen wer­den. Den­noch muss glei­cher­ma­ßen die „Krank­heits­re­ser­ve“ wei­ter auf­ge­baut wer­den.

Wei­te­re The­men habe ich allein oder mit Kol­le­gen in Anträ­gen auf­ge­grif­fen:

  • Lärm- und Luft­be­las­tung an der B 31 Ost im Stadt­ge­biet Frei­burg
  • Zahn­ärzt­li­che Not­ver­sor­gung

Stühlinger Magazin 4–2017

Inhalt dieser Ausgabe:






Politik der SPD

Auf die­ser Sei­te fin­den Sie Aktu­el­les und Mei­nun­gen zur Poli­tik der SPD in Euro­pa, Bund und Land.

Die aktu­el­len Initia­ti­ven der SPD Frei­burg und Stüh­lin­ger fin­den Sie auf die­ser geson­der­ten Sei­te.

Bundespolitik

Aktuelles

Thema

Meinung

Landespolitik

Kommunalpolitik

Europapolitik

Bericht aus Stuttgart 8–2017

von der Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Gabi Rolland

Mit der Ent­schei­dung über den Staats­haus­halt 2018/19 geht der Land­tag von Baden-Würt­tem­berg in die Weih­nachts­pau­se.
Die SPD-Frak­ti­on hat aus ver­schie­de­nen Grün­den die­sem Haus­halt nicht zuge­stimmt. Trotz spru­deln­der Steu­er­ein­nah­men fließt aus unse­rer Sicht zu wenig Geld in die Schul­den­til­gung, vor allem aber wird zu wenig inves­tiert in die Sanie­rung von Gebäu­den, wie z.B. in Schu­len, oder auch in die Anschaf­fung neu­er Fahr­zeu­ge für den ÖPNV.
Das Decken von soge­nann­ten impli­zi­ten Schul­den ist für uns pro­ble­ma­tisch, sofern es die Defi­zi­te bei dem Lan­des­un­ter­neh­men Neckar­pri GmbH, das die EnBW-Akti­en des Lan­des hält, sowie die Rück­stel­lung von Pen­si­ons­gel­dern betrifft.
Wir haben ver­sucht, unse­re eige­ne Hand­schrift dem Staats­haus­halt auf­zu­drü­cken. Lei­der wur­den alle fol­gen­den Anträ­ge von den Regie­rungs­frak­tio­nen abge­lehnt:

  • Höhe­re Zula­gen für die Poli­zei­be­am­ten
  • Ein­stieg in die Gebüh­ren­frei­heit für Kin­der­ta­ges­stät­ten
  • Zusätz­li­che Leh­rer­stel­len an Gemein­schafts­schu­len, Beruf­li­chen Schu­len, Ent­fris­tung bei der Sprach­för­de­rung, Aus­bau der Krank­heits­re­ser­ve und Ent­las­tungs­kon­tin­gen­te, Abbau des Beför­de­rungs­staus, Ent­fris­tung von Arbeits­ver­hält­nis­sen
  • Erhö­hung der Zuschüs­se für Volks­hoch­schu­len und Musik­schu­len
  • Stel­len­auf­bau in der Steu­er­ver­wal­tung
  • Wei­ter­bil­dungs­fonds, ins­be­son­de­re hin­sicht­lich der Ver­än­de­rung der Arbeits­welt
  • Wohn­bau­för­de­rung und Ein­rich­ten einer Lan­des­wohn­bau­ge­sell­schaft
  • Zusätz­li­che Vete­ri­nä­re
  • Erhö­hung des Zuschus­ses für die Ver­brau­cher­zen­tra­le
  • Inves­ti­tio­nen für die Kran­ken­haus­för­de­rung
  • Erhö­hung des Zuschus­ses für die Phy­sio­the­ra­pie­schu­len
  • Stär­ke­re Unter­stüt­zung der Fach­be­ra­tungs­stel­len gegen sexua­li­sier­te Gewalt an Mäd­chen und Jun­gen, Akti­ons­plan „Gewalt an Frau­en“, Pro­sti­tu­ier­ten­schutz, Schwan­ge­ren- und Schwan­ge­ren­kon­flikt­be­ra­tung, Jugend­bil­dung
  • Lücken­schluss bei Fahr­rad­we­gen
  • Frei­er Ein­tritt in die Dau­er­aus­stel­lun­gen der Lan­des­mu­se­en
  • Bei­trag zum lan­des­wei­ten Semes­ter­ti­cket
  • Auf­bau der Stu­di­en­plät­ze für Son­der­päd­ago­gik
  • Anhe­bung der Ver­gü­tung für Lehr­be­auf­trag­te an der DHBW

Aller­dings konn­ten wir bei eini­gen The­men die Regie­rung auch trei­ben, zum Bei­spiel bei der Ehr­hö­hung der Zuschüs­se für Ret­tungs­or­ga­ni­sa­tio­nen wie Berg­wacht und DLRG, zusätz­li­cher Stu­di­en­plät­ze für Grund­schul­lehr­amt oder die Kon­zep­ti­on für einen nie­der­schwel­li­gen Zugang zu den Lan­des­mu­se­en.
Selbst­ver­ständ­lich ist das Erhe­ben von Stu­di­en­ge­büh­ren für Nicht-EU-Ausländer*innen für uns ein wesent­li­cher Grund, war­um wir den Staats­haus­halt ableh­nen. So ist es denn auch gesche­hen.
Die Regie­rungs­frak­tio­nen haben den Staats­haus­halt 2018/19 mit Etats von 50,5 Mrd. für das Jahr 2018 und 51,9 Mrd. für das Jahr 2019 als Gesetz durch­ge­setzt.
Ich darf euch nach die­sen vie­len lan­gen Sit­zun­gen ein paar besinn­li­che Weih­nachts­ta­ge wün­schen und hof­fe, dass Ihr gut star­tet in ein fried­fer­ti­ges, erfül­len­des und erfolg­rei­ches Jahr 2018. Wir möch­ten uns an die­ser Stel­le für die sehr gute Zusam­men­ar­beit im ver­gan­ge­nen Jahr bedan­ken und freu­en uns auf vie­le schö­ne Begeg­nun­gen im kom­men­den Jahr 2018.