Leerstand/Gentrifizierung

Viele FreiburgerInnen wür­den die­ser Aussage zustim­men: „Freiburg fehlt Wohnraum, den­noch ste­hen Wohnungen leer, und Baulücken wer­den nicht genutzt. Gleichzeitig wer­den durch Luxussanierungen und Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen Bewohner aus ihren Wohnungen gedrängt.“

Um zu doku­men­tie­ren, wie es in der Stadt dies­be­züg­lich wirk­lich aus­sieht, hat­ten wir mit der Hilfe unse­rer LeserInnen eine Leerstands- und Gentrifizierungsliste erstellt.

Die Stadt hat dar­auf reagiert und das Referat für bezahl­ba­res Wohnen hat sich unse­rer Listen ange­nom­men und die Leerstandsliste in das neue, städ­ti­sche Leerstandskataster der Stadt ein­ge­pflegt. Was Gentrifizierung angeht, kämp­fen wir wei­ter für eine groß­flä­chige Ausweisung von Milieuschutzgebieten. Der Gemeinderat hat die­ses Thema bereits ver­stärkt im Fokus.

Unsere Aktion hat somit viel bewegt. Dies wäre ohne die Mithilfe aller, die uns Leerstand und Gentrifizierung gemel­det haben, nicht mög­lich gewe­sen! Vielen Dank!

Nach angekündigtem Hausverkauf nahmen die Mieter ihr Schicksal mithilfe des Mietersyndikats selbst in die Hand

Es gibt sie doch: Vermieter; die Artikel 14 Absatz (2) des Grundgesetzes beher­zi­gen. Da heißt es näm­lich: „Eigentum ver­pflich­tet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit die­nen.“ Eine sol­che Erfahrung mach­ten jeden­falls die MieterInnen in der Guntramstraße 38.
Guntramstraße 38
Guntramstraße 38

Über Jahre hin­weg haben die Eigentümer, eine Erbengemeinschaft, den Altbau mit Vorder- und Hinterhaus zu einem fai­ren Preis ver­mie­tet, not­wen­dige Reparaturen immer gleich erle­digt und das Haus ins­ge­samt in Schuss gehal­ten. Doch Ende Februar erhiel­ten die MieterInnen die Nachricht, dass das Haus ver­kauft wer­den sollte. Schon zwei Tage spä­ter mel­dete sich ein Makler, um Besichtigungstermine für Kaufinteressenten zu ver­ein­ba­ren.

Mit Hilfe des Mietersyndikats wurde eine Lösung gefun­den. Wie genau, kön­nen Sie im aktu­el­len Magazin nach­le­sen, das nun online steht.

Kommentar zu Freiburger Oberbürgermeisterwahl

von Uwe Stöhr, erschie­nen im Stühlinger Magazin 2–2018

Die SPD ist mit dem neuen Oberbürgermeister Martin Horn de-facto wie­der zurück in der Stadtregierung. Horn ist keine SPD-Mitglied und auch als über­par­tei­li­cher Kandidat ange­tre­ten, wurde aber von der SPD aber als Talent erkannt und maß­geb­lich unter­stützt. Insofern hat die Freiburger SPD mit sei­nem Wahlsieg auch die Verantwortung bekom­men, mit ihm zusam­men die Herausforderungen der Stadt anzu­ge­hen.

Vor dem Blick nach vorn steht die Analyse was zur Abwahl von Dieter Salomon geführt hat und was die BürgerInnen von Martin Horn erwar­ten. Der Wahlkampf hat uns mit erstaun­lich vie­len ver­schie­de­nen Menschen in Kontakt gebracht, denn im Alltag inter­es­sie­ren sich eher wenige Leute für kom­mu­nale Themen. Insofern konnte man bereits im Wahlkampf spü­ren, dass ein neuer Wind durch die Stadt weht. BürgerInnen aus allen Bereichen waren mit der Amtsführung von Salomon unzu­frie­den und damit, dass er das größte Problem der Stadt, der Mangel an Wohnungen nicht kon­se­quent ange­gan­gen ist. Dies wird klar wenn man sich das Interview durch­liest, das das Stühlinger Magazin zur OB-Wahl vor 8 Jahren mit dem dama­li­gen SPD-Kandidaten Ulrich von Kirchbach geführt hat:
https://stühlinger-magazin.de/2018/05/11/spezial-rueckblick-zur-ob-wahl-2010/
Diese
s Interview wirkt erschre­ckend aktu­ell. Noch ein­mal 8 Jahre mit dem aktu­el­len Tempo bei der Stadtentwicklung woll­ten die BürgerInnen also nicht hin­neh­men. Dazu kam, dass viele Menschen Herrn Salomon als arro­gant emp­fun­den haben. Seine Verknüpfung mit Bau-Projektentwicklern und sein frü­he­res Engagement die kom­mu­na­len Wohnungen zu verkaufen, hän­gen ihm bis heute nach.

Im Wahlkampf haben wir fest­ge­stellt, dass die Mehrheit klar gegen den Amtsinhaber war, aber viele aber nicht voll über­zeugt von Martin Horn. Im Stühlinger und ande­ren Stadtteilen hat Monika Stein die Wahl gewon­nen. Sie hat zudem im Vergleich zum ers­ten Wahlgang kaum Stimmen ein­ge­büßt. Martin Horn nimmt also eine kleine Hypothek mit in sein Amt, da viele nicht wuss­ten, wie sie ihn ein­schät­zen sol­len. Natürlich kann Herr Horn auf­grund sei­nes Alters keine jah­re­lange Erfahrung in einem Gemeinderat vor­brin­gen, doch dies ist auch seine Chance die Dinge zu erneu­ern. Er wird sicher nicht sagen „das haben wir schon immer so gemacht“ und kann bestehende Strukturen und Abläufe hin­ter­fra­gen und unvor­ein­ge­nom­men ändern.

Wer eine Veranstaltung mit Martin Horn erlebt hat, hat gemerkt, wie akri­bisch er sich die Stadt erar­bei­tet hat. Er hat viel zuge­hört, war in den meis­ten Vereinen und hat sich in die Details der aktu­el­len Stadtplanung ein­ge­ar­bei­tet. Auf die­ser Basis kann er und auch die SPD auf­bauen. Wir wol­len die Stadt ver­än­dern, so dass mehr Wohnungen ver­füg­bar sind. Wir wol­len dabei die ande­ren Themen wie den Umbau der kom­mu­na­len Wohnungsbaugesellschaft, Schulsanierungen, Straßenbau und und Umweltschutz nicht aus den Augen ver­lie­ren. Es ist auch unsere Verantwortung, dass Martin Horn erfolg­reich die Stadt ver­än­dern kann. Jede Veränderung bedeu­tet auch Gegenwind, aber Veränderungen sind not­wen­dig und sind der Auftrag der WählerInnen. Die SPD wird sich daher dem Auftrag stel­len und neue Ideen und Konzepte für die Stadt dis­ku­tie­ren, die BürgerInnen dar­über auf unse­ren Kanälen infor­mie­ren und Martin Horn so den nöti­gen Rückwind geben. Wir sind in Zukunft noch mehr Ihr Ansprechpartner über die Politik der Stadt. Geben Sie uns Feedback und wir wer­den es auf­grei­fen!

Stühlinger Magazin 2–2018

Inhalt dieser Ausgabe:






Der barrierefreie Ausbau des Hauptbahnhofes kommt voran

Die jah­re­lan­gen Bemühungen der DB, der Stadt, von Politik und Vereinen waren erfolg­reich, so dass es nun eine kon­krete Planung und einen Zeitplan für den bar­rie­re­freien Ausbau des Freiburger Hauptbahnhofs gibt. Einen Überblick über die Pläne gibt die Abbildung. Der Umbau glie­dert sich aus pla­nungs­recht­li­chen Gründen in 3 Maßnahmen, die jedoch mög­lichst zeit­gleich umge­setzt wer­den sol­len:

Die 3 Maßnahmen in der Übersicht: Rot ist die Lage der neuen Nordunterführung zwi­schen Bahnhofsgebäude und Wentzingerstraße. Blau umrahmt sind die umzu­bau­en­den Bahnsteige, Gelb umrahmt ist das bis­he­rige Dach des Bahnsteigs der Gleise 4/5. Bildquelle: DB Station & Service AG
  1. Barrierefreie Erschließung der Nordunterführung. Die Nordunterführung geht der­zeit nur von Gleis 1 bis 7. Zum Gleis 8 und wei­ter zur Wentzingerstraße kann man nicht lau­fen. Zudem ist er nicht behin­der­ten­ge­recht aus­ge­baut. Daher nut­zen die Unterführung nur wenige Reisende und im Berufsverkehr ist die, eben­falls nicht bar­rie­re­frei aus­ge­baute, Südunterführung regel­mä­ßig über­füllt. Mit der neuen Nordunterführung wer­den somit gleich meh­rere Probleme gelöst:
    • Der Bahnhof ist aus dem Nord-Stühlinger schnel­ler über die dann durch­ge­hende Unterführung erreich­bar. Der Eingang von der Wentzingerstraße hat aus Platzgründen keine Rampe, aber eine Treppe und einen Aufzug.
    • Parallel zu den Fahrstühlen der Stadtbahnbrücke (die, so wie sie sind, erhal­ten wer­den) gibt es dann auf jedem Bahnsteig einen zwei­ten Fahrstuhl. So ist sicher­ge­stellt, dass auch bei einer Havarie jeder Bahnsteig behin­der­ten­ge­recht erreich­bar ist. Außerdem ver­kürzt sich die Umsteigezeit erheb­lich, denn Personen, die keine Treppen stei­gen kön­nen und z. B. in der 1. Klasse eines Zuges am Nordende des Bahnsteigs aus dem Zugsteigen, müs­sen der­zeit bis zu 300 m bis zur Stadtbahnbrücke lau­fen, dort den Fahrstuhl neh­men und danach evtl. wie­der 300 m nach Norden lau­fen, wenn dort ihr Waggon des neuen Zuges ist.
    • Durch zwei durch­ge­hende Unterführungen kommt man auch im Berufsverkehr gut durch den Bahnhof und ohne Drängeln zum Zug.
  2. Anpassung der Gleise 4 bis 8. Nach dem Ausbau der Breisgau S‑Bahn im Rahmen des Projekts BSB 2020 fah­ren auf allen Linien elek­trisch ange­trie­bene Züge. Alle Gleise der S‑Bahnlinien wer­den daher auf ein ein­heit­li­ches Niveau die­ser neuen Züge umge­baut. Beim Umbau der Bahnsteige wer­den auch die Treppenanlagen zu den Unterführungen auf den neu­es­ten Stand gebracht. Die Gleise 1 bis 3 sind bereits für den Fernverkehr aus­ge­baut.
  3. Neubau des Dachs des Bahnsteigs der Gleise 4/5. Wie man in der Abbildung sieht, ist das Dach zu kurz. Außerdem ist es mit Holzbalken gebaut, die bereits mit Stahlträgern gesi­chert wer­den muss­ten. Daher wird es durch ein län­ge­res Dach aus Stahl ersetzt.

Alle Maßnahmen zusam­men sol­len ca. 20 Mio. € kos­ten. Der Gemeinderat hat im Mai zuge­stimmt, einen Anteil an den wei­te­ren Planungskosten zu leis­ten. Der Plan soll 2019 fer­tig wer­den. Danach wird es eine Bürgerbeteiligung geben um die Pläne zu ver­fei­nern. Das Stühlinger Magazin wird Sie dar­über auf dem Laufenden hal­ten. Darauf folgt ein Planfeststellungsverfahren beim Eisenbahn-Bundesamt. Die Pläne lie­gen dann öffent­lich aus und jeder Betroffene kann seine Einwände schrift­lich ein­brin­gen. Am Ende wird der Plan fest­ge­stellt und wenn es dage­gen keine Klagen gibt, könnte ab 2022 Baurecht bestehen. Wann schluss­end­lich gebaut wer­den kann, hängt von den Ausschreibungen der Bauleistungen, Fördermitteln und der Planung des Fahrplans ab (denn es müs­sen Gleise gesperrt wer­den). Aktuell geht die Bahn von einem mög­li­chen Baubeginn 2024 aus.

SPD Freiburg beschließt, sich für ein kommunales Vorkaufsrecht bei Grundstücks- und Immobiliengeschäften einzusetzen

Auf ihrer letz­ten Mitgliederversammlung hat die Freiburger SPD mit gro­ßer Mehrheit beschlos­sen, sich für ein städ­ti­sches Vorkaufsrecht bei allen Grundstücks- und Immobilienverkäufen ein­zu­set­zen. Um die­ses Vorkaufsrecht wahr­zu­neh­men, soll ein Fonds ein­ge­rich­tet wer­den. Dieser Fond macht es mög­lich, unab­hän­gig vom aktu­el­len Kommunalhaushalt am Wohnungsmarkt tätig zu wer­den.
Die SPD setzt sich für mehr kom­mu­nale Wohnungen ein. Denn diese Wohnungen kön­nen sozial bewirt­schaf­tet wer­den und deren Mieten kön­nen unter­halb des Mietspiegels ver­mie­tet wer­den. Damit sie einen grö­ße­ren Einfluss auf den Mietspiegel haben, und so allen MieterInnen hel­fen, ist es wich­tig, den Bestand kon­ti­nu­ier­lich zu ver­grö­ßern. Damit die Stadt ein Vorkaufsrecht für bebaute Flächen gel­tend machen kann, muss sie vor­her diese Flächen mit einer Veränderungssperre im Rahmen einer Satzung bele­gen. Dies kann der Gemeinderat ent­spre­chend dem Baugesetzbuch beschlie­ßen. Die SPD setzt sich daher ein, für mög­lichst viele bebaute Flächen eine ent­spre­chende Satzung zu beschlie­ßen.
Um der Stadt den Ankauf von Wohnungen zum Verkehrswert zu ermög­li­chen, muss sie einen Fonds ein­rich­ten, der mit einem finan­zi­el­len Grundstock aus­ge­stat­tet ist, damit das Vorkaufsrecht auch genutzt wer­den kann. Dies muss unab­hän­gig vom Haushalt gesche­hen, da pri­vate Verkäufe zeit­lich nicht plan­bar sind.
Andere Städte wie Ulm oder Tübingen nut­zen bereits seit Längerem erfolg­reich das kom­mu­nale Vorkaufsrecht, um sowohl in den Wohnungsmarkt ein­zu­grei­fen als auch um sich poten­ti­elle Bauflächen für die Stadtentwicklung zu sichern. Es wird Zeit, dass sich Freiburg daran ein Beispiel nimmt.

SPD erwartet, dass sich die Deutsche Bahn an den verabredeten Lärmschutz hält

Die Mitgliederversammlung der Freiburger SPD ist am 9.6. ein­stim­mig dem Antrag ihrer Landtagsabgeordneten Gabi Rolland gefolgt, die Bundesregierung und die Abgeordneten der Regierungsfraktionen in Bund und Land auf­zu­for­dern, sich hin­ter die Belange der Freiburger Bürgerschaft für einen guten Lärmschutz zu stel­len. „Es geht nicht an, dass die Deutsche Bahn aus dem ver­ab­re­de­ten Lärmschutz aus­steigt“, empört sich die Abgeordnete. Die Freiburger Genossinnen und Genossen wol­len auch der Initiative für einen bes­se­ren Lärmschutz an der Neu- und Ausbaustrecke, IGEL, den Rücken stär­ken. Egal wie viele Züge auf der neuen Güterbahntrasse fah­ren – der Lärmschutz muss opti­mal sein. Schließlich ver­folgt auch die SPD das Ziel, dass die Güter von der Straße auf die Schiene müs­sen – dem­zu­folge hat die Neubaustrecke auch aus­ge­las­tet zu sein. Die Freiburger SPD erwar­tet von den Politikern, dass die Entscheidungen des Projektbeirates eins zu eins umge­setzt wer­den und die Deutsche Bahn auf die Spur des ver­ein­bar­ten Lärmschutzes zurück gebracht wird. Die Sitzung des Verkehrsausschusses im Bundestag Anfang Juli gibt dazu Gelegenheit.

Spezial: Rückblick zur OB-Wahl 2010

Nach der erfolg­rei­chen OB-Wahl wird die SPD nach vorne schauen und mit Martin Horn die Probleme der Stadt ange­hen. Ein Blick zurück zur letz­ten OB-Wahl 2010 zeigt, wie aktu­ell die Themen von damals, heute noch sind:

„Preiswerter Mietraum, Räume für Engagement und zuhö­ren“ – Interview mit OB-Kandidat Ulrich von Kirchbach

Es wurde daher drin­gend Zeit für den Wechsel! Man merkt auch, dass 8 Jahre ein­fach zu lang für eine Amtszeit sind. Der Gemeinderat wird alle 5 Jahre gewählt, also macht es Sinn, den Oberbürgermeister auch alle 5, maxi­mal 6 Jahre zu wäh­len.

Stühlinger Magazin 1–2018

Inhalt dieser Ausgabe: