Neujahrsbrief der Stühlinger SPD

Sehr geehr­te Damen und Herren,

seit über einem Jahr führt mit Olaf Scholz ein Sozi­al­de­mo­krat, die Bun­des­re­gie­rung. Trotz der Her­aus­for­de­run­gen des Ukrai­ne-Krie­ges arbei­ten der SPD-Kanz­ler und die SPD-Bun­des­tags­frak­ti­on das Koali­ti­ons­pro­gramm gemein­sam mit der Ampel ab. Dazu gehört beson­ders der beschleu­nig­te Aus­bau der rege­ne­ra­ti­ven Strom­erzeu­gung durch Wind­kraft- und Solaranlagen.

Schon in der Gro­ßen Koali­ti­on hat­te die SPD den Min­dest­lohn, die Ren­te mit 63 und die Grund­ren­te durch­ge­setzt. In der jet­zi­gen Ampel sind bereits oder wer­den beschlossen:

  • Das neu ein­ge­führ­te Bür­ger­geld legt gegen­über Hartz IV mehr Wert auf För­dern durch Wei­ter­bil­dung. Denn Tat­sa­che ist: über 2/3 der Lang­zeit­ar­beits­lo­sen haben kei­ne Berufs­aus­bil­dung. Und Fach­kräf­te feh­len. Damit sich Leis­tung wie­der lohnt!
  • Der Min­dest­lohn wur­de auf 12 Euro erhöht.
  • Für Men­schen mit einem Ein­kom­men unter 2000 Euro wur­de eine Gleit­zo­ne für Sozi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge ein­ge­führt. Dadurch kön­nen sie monat­lich bis zu 50 Euro einsparen.
  • Das Kin­der­geld für das ers­te, zwei­te und drit­te Kind wird auf 250 Euro erhöht, die größ­te Erhö­hung des Kin­der­gel­des seit Jahrzehnten.
  • Das Wohn­geld wird so aus­ge­wei­tet, dass es 2 Mil­lio­nen in Anspruch neh­men kön­nen, statt bis­her 600000.

Das ist die größ­te Ver­bes­se­rung der Ein­kom­mens­si­tua­ti­on von Gering­ver­die­nern der letz­ten Jahre.

Auch 2023 hat sich unser SPD-Orts­ver­ein Stüh­lin­ger einer­seits mit den viel­fäl­ti­gen The­men der gro­ßen Poli­tik beschäf­tigt. Als der Ukrai­ne-Kon­flikt eska­lier­te, aber vor dem Krieg, haben wir mit Ger­not Erler, dem frü­he­ren Russ­land-Beauf­trag­ten der Bun­des­re­gie­rung, die Ursa­chen des Kon­flik­tes ein­ge­hend erör­tert. Als der Ukrai­ne­krieg aus­brach, haben wir mit Nils Schmid, dem außen­po­li­ti­schen Spre­cher der SPD-Bun­des­tags­frak­ti­on, die Kon­se­quen­zen ana­ly­siert. Eine Kon­se­quenz ist die Ener­gie­kri­se. Daher haben wir uns auf die Fra­ge „Deutsch­land im Ener­gie­krieg?“ Ant­wor­ten von dem Diplom-Volks­wirt Dr. Johan­nes Vat­ter, der im Refe­rat für Grund­satz­fra­gen des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Wirt­schaft und Kli­ma arbei­tet, geben las­sen. Über die Aus­wir­kun­gen des Krie­ges vor Ort hat uns unser Genos­se Rei­ner Elgetz, Gesund­heits- und Kran­ken­pfle­ger, berich­tet, der im Krieg eine Rei­se quer durch die Ukrai­ne unter­nahm. Exper­ten hat­ten wir auch bei einer Ver­an­stal­tung zum The­ma „Brau­chen wir eine all­ge­mei­ne Impf­pflicht gegen den Coro­na­vi­rus?“ mit dem Medizinstatistiker
Prof. Dr. Gerd Antes und dem Team Lea­der am Insti­tut für Viro­lo­gie der Uni­ver­si­täts­kli­nik Frei­burg Dr. Phil­ipp Kolb. Unser Miet­ex­per­te Mar­tin Peters hat uns sein Soft­ware-Kon­zept gegen Miet­wu­cher vor­ge­stellt. Schließ­lich haben wir mit dem SPD-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten und Phy­si­ker Hol­ger Becker den Fort­schritt beim beschleu­nig­ten Aus­bau der rege­ne­ra­ti­ven Ener­gien beraten.

Natür­lich haben wir uns auch mit der Pro­gram­ma­tik der SPD beschäf­tigt, so z. B. in einer Dis­kus­si­ons­ver­an­stal­tung mit dem Poli­tik­wis­sen­schaft­ler Prof. Dr. Gerd Miel­ke zum The­ma “Zwi­schen Selbst­auf­ga­be und Selbst­fin­dung: Wo steht die SPD?”. Oder uns schlau gemacht zum Kon­zept der Care Arbeit durch Prof. Dr. Gabrie­le Win­ker. Der frü­he­re Chef­re­dak­teur der Badi­schen Zei­tung, Tho­mas Hau­ser, hat zum The­ma „Vom Bür­ger zum Kon­su­men­ten — Wie die Öko­no­mi­sie­rung unser Leben ver­än­dert“ zu den Fol­gen der Digi­ta­li­sie­rung der Wirt­schaft referiert.

Ande­rer­seits haben wir uns, wie wir es als unse­re wich­ti­ge Auf­ga­be sehen, mit den kon­kre­ten Pro­ble­men im Stadt­teil beschäf­tigt. Eines unse­rer Pro­jek­te ist es, im Eschholz­park einen Treff­punkt für jun­ge Leu­te ein­zu­rich­ten. Wir haben dazu in Klein­ar­beit ein Kon­zept ent­wi­ckelt, es in zwei Sit­zun­gen mit Bür­ger­meis­ter Ste­fan Brei­ter, wei­te­ren Expert*innen aus der Stadt­ver­wal­tung und der FWTM erör­tert. Eine Bege­hung vor Ort mit Vertreter*innen fast aller Frak­tio­nen im Gemein­de­rat sowie die Dis­kus­si­on mit Bür­ge­rin­nen und Bür­gern, die dem Pro­jekt skep­tisch gegen­über­ste­hen, gehör­ten eben­so dazu. Die Stadt­ver­wal­tung ist nach einem ent­spre­chen­den Gemein­de­rats­be­schluss dabei, kon­kre­te Maß­nah­men umzu­set­zen. Wir haben kürz­lich bei Bür­ger­meis­ter Ste­fan Brei­ter ange­fragt, wie der Stand des Pro­jek­tes ist.

Uns erreich­ten ver­mehrt Kla­gen und Sor­gen bzgl. rasen­den Autos von Anwoh­ne­rin­nen und Anwoh­nern Ste­fan Brei­ter vor­ge­schla­gen. Kurz­fris­ti­gen Hand­lungs­be­darf sahen wir in einem Schrei­ben an Bau­bür­ger­meis­ter Prof. Dr. Mar­tin Haag an dem Aus­gang des Geh-/Rad­we­ges vom Eschholz­park zur Fer­di­nand-Weiß-Stra­ße, gegen­über dem Begeg­nungs­zen­trum Stüh­lin­ger. Dort wird die Sicht durch par­ken­de Kfz erheb­lich ein­ge­schränkt — dort que­ren vie­le älte­re Men­schen, die über­wie­gend das Begeg­nungs­zen­trum nut­zen, und Kin­der die Stra­ße. Der Bür­ger­meis­ter sieht eben­falls Hand­lungs­be­darf und bat uns um Geduld. Über­rascht waren wir, dass den­noch sofort mit den Vor­be­rei­tun­gen begon­nen wur­de, Que­rungs­hil­fen kurz­fris­tig umzusetzen.

Vom Gro­ßen zum Klei­nen. Wir ver­su­chen, uns auf allen Ebe­nen zu enga­gie­ren. Auch mit unse­rem Stüh­lin­ger MAGAZIN. Wir haben wie­der in den vier Aus­ga­ben die­ses Jah­res dazu Lese­stoff mit Schwer­punkt auf unse­ren Stadt­teil gebo­ten. Nächs­tes Jahr wird die Stadt­teil­zei­tung des Stüh­lin­gers vier­zig Jah­re alt und wir wol­len das natür­lich gebüh­rend feiern.

Wir als Vor­sit­zen­de wol­len abschlie­ßend nun noch Dan­ke sagen. Dan­ke an die Genoss*innen, fürs Dabei­sein, für ein kon­struk­ti­ves Ein­brin­gen, fürs akti­ve Gestal­ten ein­zel­ner Sit­zun­gen oder gar regel­mä­ßig anfal­len­der Mam­mut­auf­ga­ben, wie die Her­aus­ga­be unse­res Stadt­teil­ma­ga­zins im Stüh­lin­ger. Die Exper­ti­sen aus ver­schie­de­nen Lebens­be­rei­chen und Tätigkeiten/Berufen machen unse­ren Orts­ver­ein zu dem, was er ist – eine Insti­tu­ti­on im Stüh­lin­ger. Eine Insti­tu­ti­on, die in der gesam­ten Stadt wahr­ge­nom­men wird. Wir sind ein ver­bin­den­des Ele­ment von jeweils ver­schie­de­nen Ansich­ten, Per­sön­lich­kei­ten, Alters­klas­sen und Mei­nun­gen. Den­noch schaf­fen wir es, manch­mal erst nach lan­gen Dis­kus­sio­nen, einen gemein­sa­men Nen­ner zu fin­den. Es kann auch mal sein, dass wir uns nur dar­auf eini­gen, dass wir uns nicht einig und den­noch Mit­glied in der­sel­ben Par­tei sind. Wir hof­fen, und for­dern ein, dass das Wir­ken unse­res Orts­ver­eins noch mehr als Team-Auf­ga­be ver­stan­den wird und laden alle ein sich in einem demo­kra­ti­schen Pro­zess zu betei­li­gen. Das zeich­net Demo­kra­tie aus und hebt uns von Auto­kra­tien ab. Wir wer­den damit auf lan­ge Sicht erfolg­reich sein!

Jetzt wün­schen wir Ihnen einen guten Start im Neu­en Jahr. Ger­ne blei­ben wir auch 2023 mit Ihnen im Gespräch. Eine ers­te Gele­gen­heit ist unser Stüh­lin­ger Neu­jahrs­emp­fang am Sonn­tag, den 8. Janu­ar um 11 Uhr. Wir wür­den uns freu­en, Sie begrü­ßen zu können!

Mit freund­li­chen Grüßen

Fran­zis­ka Ehmer    Joshua Lorenz
Vorsitzende